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NORKIYE - 3173km in Europa
 

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„Meine 2 Welten treffen aufeinander – und danach ist alles wieder wie zuvor.?“ Plus „Antalya - Somme

Nach 3 Monaten in der Türkei habe ich zum ersten Mal das Land verlassen und damit auch meine neue „Heimat“. Es ist komisch wirklich von einem zweiten Zu Hause in Antep zu sprechen, aber so kommt es mir mittlerweile vor.

Am Mittwoch, eine Woche vor Weihnachten, habe ich mich erst nach Budapest aufgemacht, um dort meine Sschwester zu besuchen, bin dann für die Feiertage nach Hause zu meiner Familie, um dann anschließend noch 3 Tage mit anderen Freiwilligen in Istanbul zu verbringen.

Es war ein schönes, aber auch komisches Gefühl wieder alle altbekannte Gesichter, Freunde und Familie zu sehen, und vor allem mal wieder „europäisches Leben“ zu erleben. Mein EFD ist zwar ein europäischer Freiwilligendienst, aber Antep unterscheidet sich schon in vielerlei Hinsicht von meiner eigentlichen westlicheren Heimat. Ich könnte beinahe von einem zweiten Kulturschock sprechen, so verwirrt war ich manchmal bei dem blosen Anblick von normalen Bars oder der U-Bahn in Budapest...klingt verrückt, ich weiß

Ein wenig neidisch war ich ja schon muss ich sagen, denn wie gesagt, zum Ausgehen gibt es in Antep gleich null Möglichkeiten. Budapest hat mir dagegen in dieser Hinsich total gut gefallen! Gemütliche Cafes, teilweise auch ziemlich alternative Orte, „Ruin Bars“, deren Einrichtung nur aus Sperrmüll zusammengestellt wurde...All das war mal eine willkommene Abwechslung!

 

Nach meinem relativ kurzen Besuch im guten alten Unterfranken bin ich dann schon wieder am 26.12.13 Abends von Nürnberg nach Istanbul geflogen. Es war ein rasend schneller Wechsel zwischen Zu Hause und meiner neuen Welt, der Türkei. Schon als ich am Flughafen wieder türkische Gesprächsfetzen aufgeschnappt habe, ist mir meine Rückkehr erst richtig klar geworden. Nach nur ungefähr zweieinhalb Stunden bin ich am Istanbuler Flughafen angekommen und war auf einmal wieder in meiner „Reisendenrolle“, auf mich gestellt, unabhängig, frei.

Istanbul in 3 Tagen ist eindeutig zu wenig, aber ich werde auf jeden Fall nochmal zurückkommen, im Frühling oderso, wenns dann auch ein wenig wärmer draußen ist!

Untergekommen sind wir bei einer französischen Erasmusstudentin, Lola, die über ein paar Ecken Laura, eine Freiwillige aus meinem Projekt, kennt. Beides sehr coole Leute!

 

Taksim und Gezi Park


Vor allem die Gegend in der Nähe des Taksim Platzes hat mir gefallen, alle 30 Meter hat man Straßenmusiker zu Gesicht bekommen und deren fröhlicher Musik lauschen können, zahreiche süße kleine Einkaufspassagen und Schramsläden, in denen man stundenlang nach alten Büchern stöbern könnte...


Kurdische Sänger



Türkische Musiker vom Schwarzen Meer


Allerdings lag auf der anscheinend lockeren Atmosphäre in den Straßen ein Schatten, versursacht durch die ganzen Polizeikräfte, die sich fast überall positioniert haben. An meinem zweiten Abend in Istanbul kam es abends wieder zu gewalttätgen Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Polizei, aber davon haben wir selber nichts mitbekommen, da wir vorher Bescheid wussten und diese Orte gemieden haben. Nur am nächsten Morgen bei Tageslicht wird einem beim Anblick der gepanzerten Fahrzeuge klar, dass hier am Abend zuvor Straßenkämpfe stattgefunden haben...ein ziemlich bedrückendes Gefühl muss ich sagen. In der nächsten Nacht blieb es dann aber zum Glück ruhig und wir konnten die Tanzmöglichkeiten in der Nähe des Taksim Platzes nutzen!

Als es dann schon fast wieder hell wurde sind wir nach Hause in die Wohnung von Lola gegangen, wo wir dann den letzten Tag ausschließlich schlafend vebracht haben. Um 6 Uhr abends ging dann unser Flug zurück nach Antep. In diesem Moment war ich ehrlicherweise nicht sonderlich erpicht darauf wieder zu arbeiten und Istanbul hinter mir zu lassen, aber wie gesagt, ich komme bestimmt zurück!

Durch einen ziemlich lustigen Zufall haben wir kurz vor unserem Flug Freunde aus unserem Projekt am Istanbuler Flughafen getroffen, die über die Weihnachtsferien in Israel waren. Das war ein cooles Wiedersehen Wir haben zwar nicht den gleichen Flug gebucht, kamen aber trotzdem ungefähr dann wieder zur gleichen Zeit in unserer „zweiten Heimat“ an.

Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit habe ich mich relativ schnell wieder eingelebt und irgendwie war trotz meiner kurzen EFD Unterbrechung alles wieder wie zuvor.

Als wir uns dann alle den Mund über die jeweils eigenen Weihnachtsferienerlebnisse fusselig geredet haben war auch schon Neujahr da. Was wir Besonderes an diesem Abend machen wollten haben wir uns vorher nicht wirklich überlegt, aber es war dann letztendlich ein sehr lustiger Abend in unserer Organisation mit allen Freiwilligen, viel Tanzen, gutem Essen und „wunderschönem“ Karaokegesang.

Ich muss sagen wenn ich so auf mein Jahr 2013 zurückblicke kann ich sagen, dass es eindeutig das Spannendste in meinem ganzen Leben war. Die Abizeit kommt mir schon wieder wie aus einem anderen Leben vor, aber gleichzeitig ist das ganze auch erst vor einem halben Jahr passiert.

Ich habe mir natürlich mal wieder keine guten Vorsätze fürs nächste Jahr gemacht, weil ich mich kenne und sowas bei mir sowieso nicht funktioniert Aber weil ich momentan sowieso noch keinen Plan habe wo ich heute in einem Jahr stehen werde, ist das grad auch nicht so wichtig für mich. Ich hoffe einfach, dass meine restlichen 6 Monate hier noch schön werden, wenn nicht nch ein bisschen schöner, und dass ich zur Fußball WM 2014 dann wieder in Deutschland sein kann!


Passend dazu bin ich dann nach nur einer Woche Arbeit schon auf mein Mid-Term Training nach Antalya gegangen. Für mich ist die Halbzeit zwar noch nicht ganz erreicht, aber natürlich habe ich mich trotzem wieder auf eine Woche Hotel und Essen im Überfluss gefreut!!

Zuvor habe ich aber noch die 2 Tage Wochenende vor dem Training in einem billigen Hostel mit ein paar anderen Freiwilligen verbracht. Wenn man schon mal nach Antalya geht muss man das auch ausnutzen Unsere Unterkunft im 6er Zimmer war zwar um Längen nicht mit unserem Hotel fürs Training zu vergleichen, aber allein die Aussicht von einem riesigen Balkon hat das alles wett gemacht!

Hostelaussicht


Wir haben mitten in der alten Stadt gewohnt, dem meiner Meininung nach schönsten Teil der ganzen Stadt. Normalerweise sind die Straßen hier nur so überfüllt mit Touristen und Menschenmassen, aber da wir nicht gerade in der Hauptsaison da sind war alles eher etwas ausgestorben. Was mir aber irgendwie auch lieber war, als im Touristenstrom zu ertrinken zu müssen. Es hatte zwar keine 30 Grad, aber die Sonne hat uns beihnahe die ganze Woche nicht im Stich gelassen und wenn an der Felsküste nahe unserem Hostel nicht so eine starke Strömung gewesen wäre, wären wir auch schon an unserem ersten Wochenende Schwimmen gegangen. (So mussten wir noch bis zum Training warten, wo wir uns dann aber endlich todesmutig ins Wasser getraut haben...ganz ehrlich, in so kaltem Wasser habe ich noch nie gebadet, und das sage ich als langzeitige Schwedenseeurlauberin!)

 

Leider zu starke Strömung zum schwimmen...



...dann endlich der mutige Sprung ins Wasser!


Am Montag früh haben wir uns dann zum Busbahnhof aufgemacht, um den Transfer zum Hotel zu erwischen. Leider hat es diverse Organisationsschwierigkeiten gegeben, wegen denen wir den Bus verpasst haben und dann irgendwie selber zum Hotel finden mussten. War dann im Nachhinein gar nicht so unpraktisch, weil wir nach einiger Sucherei früher als alle anderen am Hotel ankamen und schonmal den Strand nutzen konnten!

Es war cool einige Leute vom On Arrival Training wieder zu treffen, aber auch irgendwie seltsam, weil mir das letzte Treffen gar nicht so lange her vorkommt.

Im Endeffekt hat unsere „Geged Gruppe“ auch sowieso wieder ein Drittel aller Teilnehmer eingenommen, wir sind wirklich der größte Haufen an Freiwilligen in der ganzen Türkei. Neben ein bisschen Evaluation, Selbstrefelxion auf das eigene Projekt und die die Dinge, die man schon gelernt hat oder noch lernen will, war das ganze Training aber vor allem wieder auf den Erlebnisaustausch mit anderen Freiwilligen ausgelegt...was auf Deutsch heißt: wenig Anstrengung - viel Zeit zum reden und relaxen.

Abend am Strand


Zwischendurch haben wir dann nochmal einen Halbtagesausflug nach Antalya gemacht, da unser Hotel eine Stunde auserhalb irgendwo in diesen riesigen Touristenanlangen lag. (Was für mich persönlich ziemlich befremdlich ist, diese typischen Hotel-Urlaube, in denen man sich ausschließlich nur auf der Hotelanlage aufhält und dich überall Amateure anspringen und zu „guter Laune“ verhelfen wollen schrecken mich eher ab...naja, aber ich will mich jetzt auch nicht beklagen ) Seltsam ist auch, dass hier fast jeder Deutsch sprechen kann...und als ich dann irgendwann nichtsahnend durchs Hotel gelaufen bin und plötzlich der lieblichen Stimme Mark Medlocks lauschen durfte (Für alle früheren DSDS Verweigerer: ihr habt alles richtig gemacht!) war ich völlig geschockt. Aber ich habe mir die Stimmung von diesem kulturübergreifenden Zwischenfall nicht verderben lassen und tapfer über mich ergehen lassen.

Zwischenstopp bei den Düden Wasserfällen nähe Antalya


Nach nur drei Tagen war das Training auch schon wieder vorbei und so schlau wie wir sind haben wir uns fürs Wochenende noch einen Couchsurfer gesucht, bei dem wir dann noch 2 weitere Tage in Antalya verbringen konnten. Da wir aber ja schon fast alles Sehenswerte der Stadt gesehen hatten haben wir beschlossen am Freitag zum Olympos zu trampen. Nur hundert Kilometer von Antalya entfernt liegt hier eine antike Stadt eingebettet in den wunderschönen Bergen Antalyas, die gleich am Meer liegen. Mit Worten kann ich diesen Ort nur schwer beschreiben, aber vielleicht bekommt ihr durch die Fotos eine ungefähre Vorstellung.



Die eigentlche Attraktion dieses Ortes haben wir am Ende gar nicht sehen können. Eigentlich kann man nämlich in eineinhalb Stunden auf eben diesen Olympos klettern und hier die berühmten Felsenfeuer betrachten. Dort tritt nämlich irgendein Gas aus der Erde und führt so zu dauernd brennenden natürlichen Feuern. Allerdings haben wir zu vie Zeit damit verbracht zu den Ruinen von einer kleinen Burg hochzuklettern und dann vor allem wieder den Weg zurück nach unten zu finden. Mit ein paar anderen Reisenden aus Alaska, Australien und den USA, die wir hier zufällig kennengelernt haben, haben wir dann noch am Strand gechillt bis wir schließlich vor der Entscheidung standen noch zum Olympos hochzuklettern oder lieber doch schon heimzutrampen. Haben uns dann doch lieber für den Nach Hause Weg entschieden, da es schon wieder gedämmert hat und es auch langsam kalt wurde. Aber die Feuer werde ich mir im Sommer nochmal anschauen. Hier gibt es nämlich einen Wanderweg, den sogenannten Lykischen Weg, den ich in den nächsten Monaten irgendwann mal in Angriff nehmen will. Ich bin zwar keine geborene Wanderin, aber die Landschaft ist hier so schön, dass ich das einfach ausprobieren muss!

Auf unserem Nach Hause Weg haben wir das Berpanorama mal wieder von einer Lastwagenplattform aus mit frisch gepflücktem Orangen Snack bestaunen können. Entschuldigt für meine Theatralik: aber einfach traumhaft!

Den Abend haben wir dann mit unserem Couchsurfer in diversen Bars mit türkischer Rockmusik verbracht. Eigentlich steh ich ja nicht so auf Rock, aber die Bands haben sogar mir gefallen. Meine Einstellung zu türkischer und generell östlicher Musik ist gerade dabei sich ein wenig zu ändern. Vor Antalya war ich auf einem Konzert mit traditioneller türkischer Musik, das mir aber zu meiner Überraschung echt gefallen hat. Türkischer Rock und eine diverse armenische Sängerin, die ich dank unseres Couchsurfers entdeckt habe, haben es mir in letzter Zeit irgendwie angetan.

Nach dieser lange ereignisreiche Woche bin ich jetzt aber auch mal wieder froh längere Zeit in Antep zu bleiben. Ben yorgunum.


Eine schöne nächste Woche noch wünsche ich und einen guten Start ins neue Jahr!

Mutlu yillar!


Rebecca


Rebecca am 12.1.14 17:00

Letzte Einträge: On Arrival Training Konya - Masallah!!, Mysteriöse Hundegeschichten, ein Haufen neuer Volunteers und JA! Ich arbeite hier auch mal! ;), Geged verändert sich - und in meinem Kopf dreht sich alles.

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